Baustellen: Besseres Durchkommen für Radfahrer

| December 8, 2014
Sign showing access to the pavement and shops from the bicycle lane.

Schild mit Hinweis auf Zugang zu Fußweg und Gewerbe vom Radweg.

In allen Städten sind Maßnahmen im Straßenausbau und Baustellen von Zeit zu Zeit unvermeidlich, um die Infrastruktur zu erhalten oder weiter zu entwickeln. Dies zu bewerkstelligen, ohne die Bewohner und Verkehrsteilnehmer der Stadt zu behindern, ist schwierig. Aber eine Stadt kann sich aktiv dafür entscheiden, bestimmten Verkehrsteilnehmern den Vorrang einzuräumen.

Die Stadt Kopenhagen hat unter Beratung von HOE360 ein Projekt initiiert, um unterschiedliche Maßnahmen und ihre Auswirkungen auf Mobilität und Fortkommen von Radfahrern sicherzustellen. Ziel ist es, Radfahrern ein gutes Vorankommen zu gewährleisten, wenn sie heute und in Zukunft die zahlreichen Baustellen der Stadt passieren.

Zahlreiche Aspekte der Organisation von Straßenbau-Projekten wurden in den Blick genommen, beispielsweise Absperrung, Baustellensicherung, Verkehrssicherheit, Positionierung von Hinweisschildern, provisorische Fahrradspuren in sinnvoller Breite und Zugänge zwischen Rad- und Fußwegen, um gegenüber Gewerbetreibenden sicherzustellen, dass Ihre Rad fahrenden Kunden sie weiterhin erreichen.

Versuchsanordnung im Verhältnis 1:1

Die Istedgade in Kopenhagen, in der ein 18 Monate dauernder umfassender Umbau anstand, wurde zum Versuchslabor für eine Reihe dieser Initiativen und Vorgaben.

Ein Katalog möglicher Maßnahmen, die ein gutes und sicheres Durchkommen sicherstellen sollten, wenn ein Weg oder eine Straße zur Baustelle wird, wurde entwickelt.
Diese Maßnahmen wurden – unter Berücksichtigung der üblichen Nachteile auf Baustellen – angewendet und überprüft.

Vorteil Radfahrer
Eines der Vorhaben, die getestet wurden, war es, die Radfahrer versuchsweise in diejenigen aufzuteilen, die innerhalb der Straße Erledigungen zu besorgen hatten und jene, die als Pendler die Straße als Durchfahrt zum Hauptbahnhof nutzen.

Ursache hierfür war, dass die Bauarbeiten provisorische Fahrradspuren erforderlich machten, die passagenweise schmal waren. Deswegen war es von Vorteil, wenn nicht alle der täglich 5.500 passierenden Radfahrer diese Strecke nutzten, sondern eine Umleitung, und damit den Druck auf die Idstedgade reduzierten.

Billede1

Hinweisschild mit Information über Alternativroute und blaue Linie.

Folge der blauen Spur
Ein Leitsystem für Radfahrer ohne Anlaufpunkt in der Straße, also vor allem Pendler, die durch eine Parallelstraße geleitet wurden, wurde entwickelt.
Hinweisschilder mit Informationen über die Alternativroute wurden bereits im Vorfeld der Baustelle positioniert. Indem die Radfahrer den blauen Linien folgten, konnten sie die Baustelle umfahren und hatten so einen bequemeren Anfahrtsweg.

Business as usual

Ebenso wichtig wie die Umleitung der Fahrradpendler war es, zu kommunizieren, dass die Idstedgade weiterhin eine lebhafte und für Gewerbetreibende attraktive Straße bleiben würde. Die Stadtverwaltung verlangte, dass der Zugang zu Läden und Geschäften unproblematisch bleibe.

Hat es funktioniert?

Die Stadtverwaltung setzte einen Forscher darauf an, zu beobachten und ein Meinungsbild einzuholen.

Grundsätzlich hat die Idstedgade während der Bauarbeiten weiterhin funktioniert. Konkret jedoch hatten viele Personen Verständnisschwierigkeiten in Bezug auf die Schilder und die blaue Linie für die Alternativroute. Diejenigen, die den Zweck der Linie kannten, fanden aber, dass es gut funktionierte.

Die Informationsschilder über den Zugang zum Gewerbe wurden als zu klein wahrgenommen und kritisiert, dass die Zugangsschleusen im Verlauf der Arbeiten oft versetzt wurden und die Schilder dadurch überflüssig wurden.

Die gesamte Erfahrung über Alternativrouten, Zugangssicherung für das Gewerbe sowie über allgemeine Verkehrsabwicklung und Sicherheit ist jedoch wertvoll und wird dazu beitragen, dass zukünftige Bauprojekte mit verbesserten Möglichkeiten für die Radfahrer ausgeführt werden.

Hintergrundfakten:

Jeden Tag durchfahren ca. 5.500 Personen per Fahrrad die Idstedgade.

Die Straße wird zur 30 km/h-Zone.

An allen Kreuzungen wird eine Spezialbeleuchtung etabliert.

Besondere Kreuzungen erhalten erhabene Flächen und werden verschmälert, damit es einfacher wird, den Weg zu überqueren.

Gehobenes Fußgänger-Areal.

Übersetzung ins Deutsche: Christina Nawrocki, www.danmark-berlin.de.

Category: December 2014 - German, Newsletters in German

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