34 neue Mobilitätsprojekte in Odense

| April 1, 2014

odense

Im Jahr 2009 beschloss der Stadtrat von Odense einen ehrgeizigen Verkehrs- und Mobilitätsplan, der die Infrastruktur der Stadt auf spürbare Weise ändern und nachhaltigen Verkehr fördern soll. Seit seiner Öffnung im Jahr 1970 bildet der große Straßendurchbruch Thomas B. Thriges Gade immer wieder den Gegenstand großer Debatten, und viele, die gesamte Stadtmitte betreffende Projektentwürfe sind im Laufe der Jahre diskutiert worden.

Der Plan enthält eine umfassende Lösung mit einer Sperrung der Thomas B. Thriges Gade, der Errichtung einer Brücke über den Odense-Kanal zur Fertigstellung von Ring 2 sowie 28  weitere Maßnahmen, um den Verkehr an die richtigen Orte zu leiten. Zudem ist die Gesamtfinanzierung für eine 14 Kilometer lange Straßenbahntrasse soeben gebilligt worden, sodass die Vision, Odense von einer großen Stadt in eine Großstadt zu verwandeln, wahr zu werden scheint.

Verfahren

Die baulichen Maßnahmen sind im Rahmenplan Trafik i Odense (Verkehr in Odense) beschrieben.

Als Beilage hierzu ist kürzlich der Handlungsplan Mobil i Odense (Mobil in Odense) erarbeitet worden. Der Zeitrahmen ist eng, und der Plan ist innerhalb von fünf Wochen, basierend auf u. a. 15 Verhandlungstreffen mit anderen Ämtern und Zusammenarbeitspartnern, entwickelt worden. In den Bürgergremien der Gemeinde wurde eine Umfrage durchgeführt, und sowohl die Leitungsebene als auch der gesamte Stadtrat wurden in den Prozess eingebunden.

Inhalt

Der Plan basiert auf insgesamt 34 Vorhaben, die auf sechs Hauptthemen verteilt sind:

  • Smart-Mobilität
  • Stau-Verringerung
  • Wirtschaft
  • Kinder
  • Senioren und Personen mit besonderen Bedürfnissen
  • Zukunft

Alls Vorhaben müssen 2014-2015 bei einem Gesamtetat von 11 Mio. Kronen durchgeführt werden.  Hinzu kommt ein erheblicher Arbeitszeitbeitrag von ca. vier Vollzeitstellen pro Jahr.

Sämtliche 34 Vorhaben sind sehr detailliert beschrieben, um eine erfolgreiche Umsetzung weitestgehend zu ermöglichen. 27 Projekte betreffen das Radfahren. Auf einer Seite im Bericht und in einer technischen Anleitung ist jedes Projekt sehr genau mit einem Ablaufplan für die Implementierung und relevanten Referenzen aus dem In- und Ausland beschrieben. Was wir versprechen, wollen wir auch einhalten können!

Mit den meisten der Projektpartner und Interessenten wurden bereits Gespräche geführt, um Risiken zu minimieren.

Um eines der Projekte vorzustellen: Mehr Kinder und Eltern sollen dazu veranlasst werden, den Weg zum Kindergarten per Fahrrad zurückzulegen. Die Gemeinde arbeitet seit fast 40 Jahren daran, die Schulwege zu sichern, damit mehr Kinder und Jugendliche mit dem Fahrrad oder zu Fuß in die Schule kommen – jetzt sind die Kleinsten an der Reihe. Einige kleinere Kreuzungen werden verbessert, und für die Kinder werden Kampagnen veranstaltet. Kinder bis sechs Jahre dürfen auf den Fußwegen Rad fahren, und dieses Potential möchten wir nutzen.

Das Campusgelände soll deutlich mehr Gewerbe, Wohnraum, eine Universitätserweiterung und ein neues modernes Klinikum erhalten. Trotz Straßenbahn, Park-and-ride-Möglichkeiten und einem anspruchsvollen Radwegenetz wird das Wegenetz das gesamte tägliche Verkehrsaufkommen von über 60.000 Personen, die das Gelände betreten und verlassen, nur schwer verkraften. Die Antwort ist der ehrgeizige Mobilitätsplan für die gesamte Stadt, der den Bedarf an sehr kostbarem Parkraum senken soll.

Im Bereich mehrerer Schulen sollen autofreie Zonen eingeführt werden – nicht als reguläre Sperrungen, sondern in Form von zeitlich begrenzten Einschränkungen, die beispielsweise nur Autoverkehr weg von den Schulen während der Stoßzeiten am Morgen zulassen.

Die Vorhaben besitzen somit einen sehr weiten Wirkungsbereich, und sie werden damit die einschneidenden baulichen Veränderungen von Odense, die zurzeit geschehen, untermauern.

Übersetzung ins Deutsche von Christina Nawrocki, www.denmark-berlin.de

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Category: March 2014 - German, Newsletters in German

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