Wangenkuss und Tango – Die Dänische Fahrradbotschaft in Buenos Aires

| November 26, 2013

Sind die Verbreitungsmöglichkeiten dänischer Fahrradkultur begrenzt?

Geografisch betrachtet waren drei Mitglieder der Dänischen Fahrradbotschaft, Cycling Embassy of Denmark, kurz CED, ganz weit weg, als sie an dem Event IbikeABC teilnahmen. IbikeABC war ein Zusammenarbeitsprojekt zwischen der Stadtverwaltung in Buenos Aires, dem niederländischen Kulturinstitut und der dänischen Botschaft in Buenos Aires.

Neben den CED-Mitgliedern, Jens Loft Rasmussen vom Dänischen Radfahrer-Verband, David Sim von Gehl Architekten und Niels Hoé von HOE360 Consulting waren drei Niederländer beteiligt.

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Buenos Aires als Fahrradstadt

Vielleicht denkt jetzt jemand verwundert „Wird in Buenos Aires überhaupt Rad gefahren?“ – das dachte auch ich selbst.

Aber innerhalb von drei Jahren hat die Stadt dank des entschlossenen Einsatzes einer Handvoll ehrgeiziger Mitarbeiter viel erreicht.

Heute werden 2,5 % aller Fahrten per Fahrrad erledigt. Das ist selbstverständlich ein gutes Stück unterhalb holländischer und niederländischer Werte, aber es wurde innerhalb von lediglich drei Jahren und ausgehend von einem Wert nahe Null erreicht.

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Kleine vorsichtige Schritte

Bislang wurde ein Citybike-System eingerichtet, das sich durch bemannte Ausgabestationen hervortut. Es soll im Laufe des Jahres 2014 von aktuell 750 auf 29 Stationen verteilten Fahrrädern auf ein vollautomatisches System mit 3.000 Rädern und 200 Stationen erweitert werden, wie es aus vielen anderen Städten auf der Welt bekannt ist. Guillermo Dietrich, Ministerialrat für Transport in Buenos Aires, erwartet, dass dadurch die Anzahl täglicher Fahrten von gegenwärtig 7.000 auf 36.000 steigen wird.

Damit die Radfahrer sich in der Stadt bewegen können, wurden 100 Kilometer Fahrradwege gebaut, die als die erste Generation betrachtet werden muss, da sie schmal und für beide Fahrtrichtungen ausgelegt sind. Diese Ausführung macht es schwierig, in dem Tempo zu radeln, dass in Dänemark für normal gehalten wird. Soll also das Fahrrad in Buenos Aires für tägliche Transportwege genutzt werden, muss eine neue Generation von Fahrradwegen her, deren Ausführung sich zum Fahren in einem etwas Pendler-freundlicheren Tempo als Schrittgeschwindigkeit eignet.

Aber es ist beeindruckend, was innerhalb so kurzer Zeit bereits erreicht worden ist, und vielleicht kann dieser Besuch aus den Niederlanden und aus Dänemark zu den erforderliche Schritten inspirieren, um ernsthaft Buenos Aires zu einer richtig guten Fahrradstadt zu machen.

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Wodurch kann die Dänische Fahrradbotschaft weiterhelfen?

Das Transportbüro in Buenos Aires hatte ein dreitägiges Programm ausgearbeitet,  das täglich zwei Vorträge und einen dazugehörigen Workshop vorsah.

Von dänischer Seite berichtete Jens Loft über „Promoting the use oft he bike: Implementation of Public Policies and its Civil Organizations”.  Ich redete über “Design and intermodality, the bikes in the city”, während David Sim einen riesigen Kasten Legosteine mitgebracht hatte, damit die Teilnehmer sich durch „Cities for People“  hindurch bauen und spielen konnten.

Die Teilnehmer waren sehr daran interessiert zu erfahren, wie wir an die Arbeit auf dem Gebiet des Radfahrens herangehen, und im Verlauf der Workshops zeigten die Teilnehmer Kreativität und große Lust darauf, dänische Fahrradkultur in den Kontext von Buenos Aires einzuarbeiten.

Eine kleine Schlussbemerkung

Wir hatten die besten und entgegenkommendsten Gastgeber, die man sich nur denken kann. Und mit dieser Einstellung zum Leben werden sicherlich noch viel mehr Leute aus Buenos Aires aufs Fahrrad umsteigen.

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Category: November 2013

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