Ein Citybike kostet 17.000 Kronen

| November 26, 2013

Fehler und Missverständnisse über den Preis der neuen Kopenhagener Citybikes haben die Debatte über die Möglichkeiten, die das neue Citybike bietet, überschattet. Das ist ärgerlich, da das Citybike auf perfekte Weise auf die Empfehlungen  der sogenannten Staukommission und die Visionen von Transportministerin Pia Olsen Dyhrs  für mehr und besseren Fahrradverkehr zutrifft.  Das neue Citybike in Kopenhagen ist nämlich sehr viel mehr als einfach nur ein Fahrrad.

Wir haben uns überlegt, unser Fahrrad intelligent zu nennen. Vielleicht eine kleinere Übertreibung, aber im Zusammenspiel mit den Nutzern löst das Fahrrad dennoch auf intelligente Weise eine Menge Transportaufgaben. Das Citybike ist das schnelle Verbindungsglied zwischen Bus/Bahn und Wohnung/Arbeitsplatz.  Es ist in den kollektiven Verkehr integriert, und die Maschen im kollektiven Verkehrsnetzwerk verkleinert es. Der kollektive Verkehr gewinnt an Schnelligkeit, Flexibilität und Attraktivität für mehr Verkehrsteilnehmer.

Der Pendler gelangt schneller von Bus und Bahn an seinen und von seinem Arbeitsplatz. Er kann über das Internet ein Fahrrad reservieren. Das Citybike wird oftmals das schnellste Mittel für Treffen und Erledigungen in der Stadt sein. Das Citybike Abkürzungen durch Einbahnstraßen und über ruhige Fahrradstraßen nehmen.

Die Kopenhagener Bürger haben zu jedem Zeitpunkt ein schnelles und gut funktionierendes Elektrofahrrad zur Verfügung, ohne sich um Diebstahlsgefahr, Wartung und „Plattfüße“  kümmern zu müssen. Gäste können ohne Aufwand das Leben als Radfahrer in der Hauptstadt genießen.

Touristen werden mit dem integrierten GPS und Display des Citybikes auf grünen Fahrradwegen zu Museen und Sehenswürdigkeiten geleitet, während Angebote von Gaststätten und Veranstaltungen auf dem Display angezeigt werden.  Sie kehren mit Erlebnissen zurück in ihre Heimat, die sie nirgendwo sonst auf der Welt bekommen.

Unternehmen können in eigene Citybikes und/oder Ladestationen investieren, die in einem gemeinsamen Pool zusammengefasst werden können. Mithilfe von Online-Reservierungen stehen stets Unternehmens-Citybikes zur Verfügung. Grün, effektiv und preiswert.

Für alle Nutzer gilt das Gleiche – dass es einfach ist, das neue Citybike zu mieten. Über das Display wählt man sich ein und kann losfahren. Keine Probleme mit Münzen. Keine Schlange am Automaten doch eine Garantie dafür, dass man das Fahrrad auch wieder loswerden kann. Letzteres ist besonders wichtig, wenn man eine Zug-, Bus-, Flug- oder Fährabfahrt erreichen muss oder ein Kind abholen muss.

Die Konstruktion der Gesellschaft: Die dänische Aktiengesellschaft Gobike liefert das  von den Kommunen Kopenhagen und Frederiksberg sowie den Dänischen Staatsbahnen, DSB, finanzierte Citybike. Gobike funktioniert im Prinzip wie die Busgesellschaften, die Vertragspartner von Verkehrsgesellschaften wie z. B. Movia sind. Gobike hat einen 8-Jahres-Vertrag mit der Option auf Verlängerung um sieben Jahre. Über den Anschaffungspreis eines Citybikes hinaus fallen Ausgaben für Ladestationen, Wartung und Umverteilung an. Der öffentliche Zuschuss für die ersten 1260 Citybikes inklusive Ladestationen und Wartung beträgt 4800 Kronen (644 Euro) pro Fahrrad im Jahr. Das ist ungefähr die Hälfte dessen, was für Busfahrten an Zuschüssen fließt. Der Anschaffungspreis eines Citybikes beträgt 17.000 Kronen (2280 Euro).

Citybikes sind intuitiv eine gute Idee. Sie stehen allen zur Verfügung, die Probleme in Bezug auf Verkehrsstaus, Umweltverschmutzung und Klima zu lösen haben. Sie steigern den Wert des übrigen kollektiven Verkehrs und wirken dabei mit, die Stimmung in der Stadt zu verbessern. Ich hoffe, das die neue Bürgervertretung von Kopenhagen dem Citybike zum Vorteil und zur Freude der Stadt, ihrer Bewohner, der Pendler und der vielen Touristen neuen Schwung verleihen wird.

Übersetzung ins Deutsche von Christina Nawrocki, www.denmark-berlin.de

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Category: November 2013

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