Es macht sich bezahlt, zur Schule zu radeln

| August 26, 2013

Kinder mit dem Fahrrad den Schulweg bewältigen zu lassen, dient der Gesellschaft sowohl  in Hinblick auf Wirtschaft und Gesundheit als auch auf die Verkehrsbelastung, besagt eine neue Studie. COWI hat die Auswirkungen der beliebten Kampagne „Bike to School“ untersucht, die von der Danish Cyclists´ Federation und dem TrygFond organisiert wird.
Von Christina Britz Nicolaisen und Jakob Schiøtt Stenbæk Madsen, Danish Cyclists´ Federation.

Photo: Danish Cyclists’ Federation/Mikkel Østergaard

Jeden September während der jährlich seit 2002 stattfindenden nationalen Kampagne „Bike to School“  springen ca.  140.000 dänische Schulkinder in den Sattel. Die Organisatoren beauftragten COWI mit einer unabhängigen Auswertung der letzten drei Kampagnen von „Bike to School“, und nun liegen die Ergebnisse vor.

Schulkinder werden gesünder

Die Studie zeigt deutlich, dass „Bike to School“  in wirtschaftlicher und gesundheitlicher Hinsicht ein gutes Geschäft für die Gesellschaft ist. Die Kampagne veranlasst Schulkinder, mehr Fahrrad zu fahren, was sie gesünder werden lässt. Dies wiederum resultiert in weniger Krankheitstagen der Kinder und dadurch auch in weniger Betreuungsbedingte Abwesenheit der Eltern von der Arbeit.  Zudem motivieren Kinder, die mit dem Rad zur Schule fahren, ihre Eltern, mehr Fahrrad statt Auto zu fahren. Dies bedeutet im Ergebnis ein geringeres Verkehrsaufkommen, weniger Abgase und geringere Unterhaltskosten für die Straßen. Die Ergebnisse lassen sich finanziell quantifizieren. Allein während der zwei Wochen dauernden Kampagne summieren sich die volkswirtschaftlichen  Vorteile auf 165.001 EUR, was 14 % der gesamten Ausgaben für die Kampagne entspricht.

Die volkswirtschaftliche Bilanz 2009-2012

DKK

EUR

Kosten der Kampagne

-8.915.161

- 1,195,311

Unfälle

-3.423.460

- 458,974

Steuereffekte

-1.449.216

-194,292

Verlängerte Lebenszeit

6.570.498

880,889

Gesundheit

5.539.732

742,697

Transportkosten u. Verkehrsrückgang

2.908.930

389,992

Summe (Nettowert)

 + 1.231.252

+ 165,001

Trine Juncher Jørgensen, stellvertretende Geschäftsführerin der Danish Cyclists´ Federation, ist über die Folgerungen aus der Studie erfreut:

„Die Ergebnisse von COWI zeigen, wie wichtig die Kampagne ist. Es  entspricht ganz einfach dem gesunden Wirtschaften, die Kinder per Fahrrad zur Schule fahren zu lassen. Die Studie berührt auch das diesjährige Kampagnenthema: dass Radfahren intelligenter macht. Ein umfassendes dänisches Forschungsprojekt zeigt, dass Kinder, die per Rad zur Schule fahren, sich besser konzentrieren können, als Kinder die mit dem Auto gebracht werden“, sagt Trine Juncher Jørgensen unter Verweis auf die Resultate der Erhebung „Mass Experiment 2012“, die eine direkte Korrelation zwischen der Bewegung der Kinder und ihrer Konzentrationsfähigkeit zeigt.

Fahrräder sind gut für die Wirtschaft

Die Erhebung geht von sehr konservativen Voraussetzungen aus, da sie lediglich die Auswirkungen während der Kampagne einbezieht. Doch alles lässt darauf schließen, dass eine große Zahl der 140.000 Teilnehmer nach der Kampagne weiter Rad fährt. In Wirklichkeit hat die Kampagne also noch größere Auswirkungen.

Die 14 % sind eine sehr vorsichtige Einschätzung des ROI, da die Erhebung auf sehr eng gefassten Annahmen beruht:

–          Die Kampagne hat nach ihrem Ende keinerlei Effekte.

–          Mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Eltern sind nicht umfasst.

–          Die Gesundheitseffekte seitens der Kinder sind sehr restriktiv bewertet.

Mildert man die Annahmen etwas ab, so hat die Kampagne einen weitaus größeren Effekt:

–          Die Kampagne wirkt noch zwei Wochen über ihr Ende hinaus = zusätzlicher volkswirtschaftlicher Nutzen von 68 % (6 Mio. DKK zusätzlich).

–          Die Kampagne hat einen Effekt von 50 % bis zu den Herbstferien  (ca. vier Wochen) = zusätzlicher volkswirtschaftlicher Nutzen von 34 % (3 Mio. DKK zusätzlich).

–          Während der Kampagne bringen Eltern ihre Kinder mit dem Fahrrad zur Schule = zusätzlicher volkswirtschaftlicher Nutzen von 47 %  (4 Mio. DKK zusätzlich).

In Wirklichkeit liegt also der Ertrag der „Bike to School“-Kampagne bei mindestens 80-100%.

2012 nahmen 1.095 Schulen und 142.000 Kinder von der Vorschule bis zur zehnten Klasse an „Bike to School“ teil. Die diesjährige Kampagne findet vom 2. bis 13. September statt; die Teilnahme ist kostenlos.

Die vollständige Studie in dänischer Sprache können Sie hier herunterladen:

Mehr über den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen der „Bike to Work“-Kampagne können Sie hier lesen: Danish society profits DKK 43 million on Bike to Work

Übersetzung ins Deutsche von Christina Nawrocki, www.denmark-berlin.de

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Category: August 2013, Newsletters in German

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