Bikeability

| June 5, 2013

Obwohl Dänemark ein Land ist, in dem viel Fahrrad gefahren wird, gibt es noch Steigerungsmöglichkeiten, was die Anzahl der Radfahrer oder die Streckenverhältnisse anbelangt. Das dänische Forschungsprojekt Bikeability versucht, durch eine Vielzahl von Teilstudien Möglichkeiten zu erarbeiten, wie dies geschehen soll. Hier werden einige der neuesten Ergebnisse präsentiert.

Von Simon Rask, Dänische Krebsgesellschaft und Hans Skov-Petersen, Universität Kopenhagen

Bikeability

Gegenwärtiger Stand des Radfahrens in Dänemark
Mehr als 80 % der Dänen verfügen über ein Fahrrad. Das Fahrradfahren ist daher unter den Dänen weit verbreitet, und die meisten Dänen können Fahrrad fahren, obwohl nicht alle das Fahrrad für den täglichen Transport nutzen. In Dänemark insgesamt ist während der letzten 20 Jahre die Fahrradnutzung gesunken. Dieser Rückgang geht damit einher, dass es in Kopenhagen zu einem Anstieg gekommen ist, wo der Anteil des Fahrrads an allen Fahrten zu Ausbildungs- oder Arbeitsstellen gemäß der kommunalen Fahrradstatistik bei 36 % angelangt ist. Diese Entwicklung geht vermutlich darauf zurück, dass in Kopenhagen der Fahrradverkehr zielgerichtet gefördert worden ist.

Link zu einer Zusammenfassung der Studie: http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/17535069.2013.765108#.UZtbplT0GCk

Abbildung: Indexierte Entwicklung der Fahrrad-Verkehrsarbeiten in Dänemark sowie die Anzahl der Fahrräder zentral in der Kommune Kopenhagen (die Abbildung basiert auf Wetter-bereinigten Zählungen). Grün: Verkehrsbehörde: Fahrrad-Verkehrsarbeiten in Dänemark. Rot: Kommune Kopenhagen: Radfahrer in der Innenstadt.

Fahrrad und Stadtdesign
Unsere Untersuchungen untermauern frühere Untersuchungen mit dem Augenmerk auf „Walkability“, die zeigen, dass Bevölkerungsdichte, ein feinmaschiges Streckennetz sowie eine abwechslungsreiche Landschaftsgestaltung und Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten einen positiven Effekt darauf haben, wie viele Personen das Fahrrad wählen. Gleichzeitig zeigt Bikeability, dass ein ebenes Gelände die Wahrscheinlichkeit für das Radfahren in einem Gebiet erhöht. Schließlich zeigen die Ergebnisse, dass, falls gute öffentliche Transportmittel oder Möglichkeiten, zu Fuß zu gehen, statt mit dem Fahrrad zu fahren, vorhanden sind, einen negativen Effekt darauf haben, wie viele Personen das Fahrrad vorziehen.

Link zu einer Zusammenfassung des Artikels: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S136192091300045X

Radfahren und Streckenwahl
Im Bikeability-Projekt haben wir die Streckenwahl der Fahrradfahrer auf zwei Weisen untersucht: Indem wir 1) ihre Streckenwahl mit Hilfe von GPS überwachten und 2) indem wir ihnen alternative Routenbeschreibungen präsentierten. Vorläufige Ergebnisse der GPS-Studie zeigen, dass die durchschnittliche Fahrt 5, 4 km lang war und 22,4 min (mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14,4 km/h) dauerte.

Radfahrer ziehen es vor, geradeaus zu fahren. Wenn es sein muss, biegen sie lieber nach rechts als nach links ab. Im Vergleich zur durchschnittlichen Tour fahren sie einen Umweg von 85 m, um eine Linkskurve zu vermeiden, während sie 50 m weiterfahren, um eine Rechtskurve zu vermeiden.

Radfahrer sind bereit, weiter zu fahren, um auf einen Radweg zu gelangen. Betrachtet man eine durchschnittliche Tour ohne Radweg, so zeigt es sich, dass die Radfahrer einen Umweg von ca. 1,8 km fahren, wenn dieser einen durchgehenden Radweg aufweist. Sollten die Testpersonen zwischen beschriebenen Routen wählen, so zeigte sich die Einstellung zum Radweg entsprechend der Einstellung, die sich bei der GPS-Untersuchung ergab: Für eine Standardstrecke von 3,5 – 7,5 km Länge war man bereit, zusätzliche 1, 7 km zurückzulegen, um auf einem Radweg zu sein.

Man ist bereit – wieder im Vergleich zur Standardstrecke – einen Umweg von 0,4 km zurückzulegen, um stark frequentierte Radwege sowie viele Fahrtunterbrechungen (Ampeln u. ä.) zu vermeiden.

Das Bikeability-Projekt, das von Det Strategiske Forskningsråd (Dem Strategischen Forschungsrat) unterstützt wird, läuft Ende 2013 aus. Besuchen Sie www.bikeability.dk, wo Links zu Artikeln, Bildern u. a. zu finden sind.

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Category: June 2013, Newsletters in German

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