”Herning fährt Rad” in der Mitte Jütlands

Von Trine Bunton, Rambøll Danmark, tbn@ramboll.dk

2013 war für Herning das Jahr des Fahrrads – kaum hatte das Giro d´Italia-Fieber sich gelegt, da wurde Herning zur Fahrradstadt des Jahres 2012 ernannt. Die Arbeit an der Fahrradsatzung trug schon Früchte, obwohl sie gerade begonnen hatte.

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„Herning fährt Rad“ wurde 2011 gestartet und hat das Ziel, die Anzahl kurzer Autofahrten um 5 % zu reduzieren. Das Projekt ist aus dem Klimaplan der Kommune hervorgegangen und daher an mehreren Stellen der Kommune angesiedelt. Es ist ressortübergreifend konzipiert und deckt all jene Maßnahmen ab, die initiiert wurden, um mehr Personen in Herning zum Radfahren zu motivieren. Das Fahrradprojekt war von Beginn an ein großes selbständiges Projekt, bei dem die Bemühungen um Veränderung, Verankerung und Vermittlung in einer gemeinsamen Strategie zusammenwirken.

45 % radeln nie zur Arbeit oder Ausbildung
Untersuchungen zeigen, dass 10 % der Bürger der Kommune über 18 Jahren meistens mit dem Auto zur Arbeit und zum Ausbildungsort fahren, obwohl die Entfernung lediglich 0-5 km beträgt. 37 % fahren ein oder mehrere Male pro Woche mit dem Rad zur Arbeit – aber 45 % radeln nie zum Arbeits- oder Ausbildungsplatz. Genügend Potential ist also vorhanden, um mehr Leute zum Radfahren zu motivieren.

Pendler, Schulkinder und Freizeitfahrten im Fokus
„Herning fährt Rad“ konzentriert sich auf drei Zielgruppen: Pendler, Schulkinder und Freizeitfahrer. Für alle drei Gruppen sind Initiativen gestartet worden, damit mehr Personen das Fahrrad gegenüber dem Pkw bevorzugen. Unter anderem sind Fahrradführungen mit verschiedenen Schwerpunkten, z. B. Kultur, Natur und Geschichte für sowohl Kinder als auch Erwachsene geplant. Die Touren beginnen an unterschiedlichen Orten, damit die Anfahrt zu den Arrangements per Pkw nicht zum zusätzlichen Hindernis wird. Zudem ist „Herning fährt Rad“ jedes Jahr Teil der Durchführung von großen Konditions- und Familienläufen.

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Veränderung, Verankerung und Vermittlung
Die Initiativen betreffen sowohl die Verbesserung und den Ausbau der Wege, wie mehr Fahrradwege für Pendler, als auch mehr Fahrradstellplätze. Vor allem sind der Bahnhof, das neue überregionale Krankenhaus und Pendlerparkplätze an den Autobahnen in den Blick genommen worden. Gleiches gilt für Projekte, die Verhaltens- und Gewohnheitsänderungen der Bürger zum Ziel haben. Denn wenn es uns gelingt, diese zu ändern, können wir sehr erfolgreich sein.
Daher werden beispielsweise Kampagnen in den Schulen durchgeführt, um Verhaltensänderungen unter den Eltern herbeizuführen. Diese sollen nicht ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, sondern ihnen stattdessen beibringen, den Schulweg selbstständig zurückzulegen und sich im Straßenverkehr zu orientieren. Ein anderes Projekt betrifft die Möglichkeit, E-Fahrräder an Firmen zu verleihen, damit die Beschäftigten ausprobieren können, ob ein E-Bike eine mögliche Alternative zum Auto auf der Fahrt zwischen Beruf und Heim ist.

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Botschafter sind Teil der Strategie
Ein weiteres wichtiges Standbein der Strategie ist die Verankerung. Hierzu wurden eine Reihe von Unternehmen, drei Schulen sowie verschiedene Fahrradenthusiasten in Herning zu Botschaftern ernannt, die alle ihre Erfahrungen und Geschichten weitergeben. Für Unternehmen und Schulen gilt, dass sie bereits an verschiedenen Kampagnen teilgenommen haben. An den Schulen gab es Veranstaltungen zum Mitmachen. Alle Kampagnenteilnehmer haben sich verpflichtet, sichtbar zu sein und ihre Erfahrungen in ihren Netzwerken weiterzugeben und die Vorteile zu schildern.

Weitere Informationen unter www.herningcykler.dk

Übersetzung ins Deutsche von Christina Nawrocki, www.denmark-berlin.de

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Category: March 2013, Newsletters in German

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