Die Geschichte des Fahrradtourismus wird neu geschrieben

| August 22, 2012

Die besten Beispiele aus ganz Europa werden als Vorbilder dienen, wenn die Danish Cyclists´ Federation, die dänische Radfahrervereinigung, und ihre Partner die dänischen Streckenteile der Nordsee-Route und der Route Berlin-Kopenhagen generalüberholen.

Von Elizabeth Frederiksen, Danish Cyclists´ Federation

„Powered by Cycling: Panorama“ ist der ehrgeizige Titel eines neuen Großprojekts der Danish Cyclists´ Federation. Ziel des Projekts ist es, der kränkelnden Tourismusindustrie entlang der dänischen Küsten auf zu helfen, indem Besuchern an bestimmten Küstenorten neben den üblichen Ferienerlebnissen auch noch besondere Erfahrungen rund ums Rad vermittelt werden.

Projektmanager Jesper Pørksen erklärt den langen Namen des Projekts: „Das Wort Panorama wurde gewählt, weil es gut beschreibt, was Dich entlang der dänischen Küstenlinien erwartet: der glänzende Anblick der Meere und des unendlichen Himmels über der flachen und fahrradfreundlichen dänischen Landschaft. „Powered by Cycling“ bezieht sich auf den ernsteren Teil des Projekts. Dass Fahrradtourismus eines der Mittel ist, um den entfernteren Küstenregionen Wachstum zu bringen.“

Küstentourismus im Hintertreffen

Und Wachstum ist dringend erforderlich. Der Tourismus in den dänischen Küstenregionen leidet seit zehn Jahren unter einem Rückgang der Besucherzahlen. Die Gründe hierfür sind vielfältig, aber der Hauptgrund ist der Mangel an Aktivitäten.

„Das Panorama-Projekt wird Urlaubern Aktivitäten und einzigartige  Erlebnisse anbieten“, sagt Jesper Pørksen.  „Unsere größten Vorteile sind die Nordsee-Route und die Berlin-Kopenhagen-Route, die an der dänischen Nord- bzw. Ostseeküste verlaufen. Diese Strecken sind international bekannt, und wir gehen davon aus, dass viele Touristen es attraktiv finden, diese Ikonen unter den Routen zu befahren.“

Ungefähr 5.000 Radfahrer wagen sich jährlich an die ganze Strecke Kopenhagen-Berlin. Der dänische Streckenanteil wird in den kommenden Jahren generalüberholt, ebenso wie 560 Kilometer der Nordsee-Route. Bild: Danish Cyclists’ Federation/Mikkel Østergaard

Eine Reihe von Streckenvorschlägen vor Ort, die die berühmten Strecken mit lokalen Attraktionen verbinden sollen, wird zur Zeit erarbeitet, genauso wie  versucht werden soll, Urlauber von der Sonnenliege auf den Sattel zu locken. Die Streckenvorschläge werden Fahrradtouristen einen guten Grund geben, um einen Halt in einer anderenfalls schnell passierten Küstenstadt einzulegen.

Bewährte Methoden

Die Danish Cyclists´ Federation hat über viele Jahre als Think Tank für den Fahrradtourismus gedient, indem sie Tatsachen, Wissen und Ideen gesammelt und weiter verbreitet hat. Initiativen in Ländern wie Deutschland und der Schweiz, die viel in das Radfahren als Freizeitaktivität investiert haben, wurden aufmerksam verfolgt. Ausgerüstet mit Wissen und Beispielen für die bestbewährten Methoden redet die Radfahrervereinigung heute mit Kommunen und anderen darüber, wie „fahrrad-freundliche“ Infrastruktur entlang der Küstenlinien entstehen kann.

Nach Jesper Pørksens Ansicht ist dies der einfachere Teil des Projekts: „Schwierig ist es, der Tourismus-Industrie zu beweisen, dass nicht nur neue Fahrrad-Angebote nachgefragt werden; Fahrrad-Touristen sind vielmehr auch große Konsumenten. Unsere Daten zeigen, dass Fahrradtouristen ganz häufig Paare sind, deren Kinder „aus dem Haus“ sind,  die viel Geld ausgeben und einen großen Appetit auf die guten Seiten des Lebens haben. Doch die landläufige Ansicht ist, dass Fahrradtouristen den ganzen Tag auf dem Rad verbringen, eine Packung Knäckebrot essen und im Zelt campieren. Diese Geschichte müssen wir ändern.“

Tatsachen:

  • „Powered by Cycling:  Panorama“ verfügt über ein Budget von 3,3 Mio. Euro und wird von der Europäischen Union unter dem Arbeitstitel „Nachhaltiger Tourismus“ mitfinanziert.
  • Das Projekt läuft bis 2015.
  • Für weitere Informationen steht Projektmanager Jesper Pørksen zur Verfügung: jep@cylistforbundet.dk.
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Category: August 2012, Newsletters in German

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