Fahrrad-Superwege sollen in der Hauptstadt mehr Leute aufs Rad bringen

Pendler im Hauptstadtgebiet, die per Fahrrad zur Arbeit oder an ihren Ausbildungsplatz gelangen wollen, erhalten jetzt Vorfahrt auf einem ganz eigenen Netz von erstklassigen Fahrradwegen. Der erste Fahrrad-Superweg Dänemarks zwischen Kopenhagen und Albertslund wurde im April eröffnet. Er soll es durch wenige Stopps und hohen Komfort ermöglichen, schnell, einfach und sicher mit dem Rad ans Ziel zu gelangen.

Von Søren Bom und Lillan Clemmesen, Stadt Kopenhagen

Die offizielle Einweihung fand am Damhussø statt.

Der erste Fahrrad-Superweg steht jetzt für die Pendler im Hauptstadtgebiet bereit. Ein vorläufiger orangefarbener Streifen, fest installierte Luftpumpen und grüne Wellen sind einige der Neuerungen, die mehr Leute dazu bringen sollen, mit dem Fahrrad auf der Route, die C99 Albertslundruten heißt, zur Arbeit oder an den Ausbildungsplatz zu fahren. Die Route verläuft zwischen dem Bahnhof Vesterport in Kopenhagen und Albertslund und ist der erste Abschnitt eines Gesamtnetzes von über 300 km Fahrrad-Superwegen, aufgeteilt auf 26 Strecken.

„Wenn wir mehr Leute dazu bringen können, das Auto stehen zu lassen und in die Pedalen zu treten, kann dies auch Staus eindämmen. Wir sehen schon lange ein großes Potential, um mehr Leute zu motivieren, für die Wege von und nach Kopenhagen auf das Fahrrad umzusteigen. Es ist klasse, wie gut das Projekt läuft. Die Zusammenarbeit mit unseren Nachbargemeinden und der Region bei der Einrichtung der Fahrrad-Superwege ist das beste Angebot an die Radfahrer, seit wir vor über 100 Jahren die ersten Fahrradwege gebaut haben,“ sagt Ayfer Baykal, Technik- und Umweltbürgermeisterin von Kopenhagen.

Es sind die Kommunen Albertslund, Glostrup, Rødovre, Frederiksberg und Kopenhagen, die gemeinsam mit der Hauptstadtregion hinter dem ersten Fahrrad-Superweg stehen, und plangemäß werden noch dieses Jahr weitere zwei Strecken eröffnet, nämlich die Farumroute und die Vestvoldroute. An der Eröffnung des ersten Fahrrad-Superweges nahmen über 200 interessierte Radler teil, die auf das Ereignis durch Anzeigen in den Zeitungen und auf Facebook aufmerksam gemacht wurden. Hier wurden sie mit einer orangefarbenen Fahrradklingel und einem Pfannkuchen im Kopenhagener Rathaus gelockt.

200 Fahrradfahrer nahmen an der Einweihung teil, die im Garten des Kopenhagener Rathauses mit Pfannkuchen für alle endete.

Zweck der Fahrrad-Superwege ist es, mehr Leute dazu zu bringen, längere Distanzen mit dem Fahrrad zurückzulegen. Den in diesen Pendlern steckt ein großes Potential. Schon heute werden ein Drittel der Wege zur Arbeit oder zum Studium in Kopenhagen mit dem Zweirad zurückgelegt, aber bei weitem die meisten dieser Strecken sind unter zehn Kilometer lang. Insgesamt haben die Fahrrad-Superwege daher Potential, das Fahrradaufkommen um 30 Prozent zu erhöhen, was 15.000 Fahrradpendler mehr auf dem Gesamtnetz der Fahrrad-Superwege bedeutet. Dies entspricht ca. 7.000 Tonnen CO² im Jahr und 300 Mio. Kronen Einsparung im Gesundheitssektor pro Jahr.

Die Fahrrad-Superwege sind ein mehrjähriges Projekt und bestehen aus mehr als 20 zusammenarbeitenden Gemeinden und der Hauptstadtregion, die das Wegenetz planen und finanzieren. Darüber hinaus werden die Fahrrad-Superwege auch durch staatliche Mittel zur Förderung des Fahrradverkehrs unterstützt.

Mehr zu diesem Thema unter www.cykelsuperstier.dk

Info: Die C99 Albertslundroute

  • Die C99 Albertslundroute verbindet Vesterport in Kopenhagen mit Frederiksberg, Rødovre und Glostrup und endet in Albertslund.
  • Sie ist mit einer orangefarbenen Markierung versehen, die anzeigt, dass man auf einem Fahrrad-Superweg fährt und nicht anzuhalten braucht, um auf Schildern nach dem Weg zu schauen. Die Markierung hält nur einige Wochen, aber es wird überlegt, sie dauerhaft zu machen.
  • Um ein „Fahrrad-Superweg“ zu sein, erfüllt die C99 Albertslundroute mehrere Qualitätsanforderungen. U. a. sollen auf der Strecke wenige Hindernisse und Halte sein und genügend Platz, um den Pendlern ein eigenes Tempo zu ermöglichen. Die bereits existierenden Partien der Route sind deswegen verbessert worden.
  • Hindernisse und fehlende Anbindungen auf der Strecke wurden behoben und die Beleuchtung entlang der Route verbessert, sodass es sicherer wird, sie ganzjährig zu nutzen.
  • Die Radfahrer können auf der Route Luft tanken, damit sie nicht mit einem platten Reifen auf der Strecke bleiben. Die Luftpumpen sind im Abstand von 1, 6 km installiert. Um die Radtour noch komfortabler zu machen, sind zudem zwölf Fußstützen aufgestellt worden.
  • Die Kommunen Kopenhagen, Frederiksberg, Rødovre, Glostrup und Albertslund sind die Initiatoren der C99 Albertslundroute. Die Strecke ist 17,5 km lang und insgesamt wurden Verbesserungen für 14,2 Mio. Kronen vorgenommen.

Charakteristische Verbesserungen eines Fahrrad-Superweges

  • Hoher und einheitlicher Grad der Instandhaltung auf der ganzen Strecke, obwohl kommunale Grenzen gekreuzt werden.
  • Anlage sogenannter Überfahrten, die eine bessere Sicherung der Radfahrer gegen ein- und abbiegenden Verkehr bedeuten.
  • Grüne Welle, sogenannte Lane Lights und Count-down-Signale, damit die Radfahrer ihre Geschwindigkeit anpassen können und so vermeiden, ganz absteigen zu müssen.
  • Verbesserte Sicherheit der Radfahrer an vielbefahrenen Kreuzungen.
  • Strecken- und Tunnelbeleuchtung
  • Um hohen Komfort und Verkehrssicherheit zu garantieren, wurden an mehreren Stellen neue Radwege und Rollflächen angelegt.

 

 

Entlang des ersten Fahrrad-Superweges sind alle 1,7 km Luftpumpen installiert.

Die Vorsitzende der Region Hauptstadt, Vibeke Storm, und Politiker der vier beteiligten Kommunen markieren das letzte Stück des orangefarbenen Streifens auf dem Fahrrad-Superweg.

Ein vorläufiger orangefarbener Streifen soll in den ersten Wochen die Orientierung erleichtern.

Übersetzung ins Deutsche von Christina Nawrocki, www.denmark-berlin.de

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Category: June 2012, Newsletters in German

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